Kurz beantwortet
Ein Separator ist ein schnell rotierendes Bauteil im Wasserbehälter. Es schleudert das Wasser zu feinem Nebel und zwingt die angesaugte Luft hindurch. Dadurch trifft jedes Staubkorn auf eine Wassertropfen-Oberfläche, die um ein Vielfaches größer ist als eine ruhige Wasseroberfläche. Genau das unterscheidet einen echten Wasserstaubsauger von einem Gerät, das die Luft bloß über Wasser leitet.
Warum stilles Wasser nicht reicht
Die naheliegende Idee wäre: Luft über einen Wassereimer leiten, Staub bleibt hängen. In der Praxis passiert das kaum. Luft ist träge genug, um über eine ruhige Wasseroberfläche hinwegzustreichen, ohne dass die feinen Partikel darin Kontakt bekommen. Grober Schmutz fällt hinein, der gesundheitlich relevante Feinstaub nicht.
Das Problem ist die Kontaktfläche. Ein Liter Wasser in einem Eimer hat vielleicht zwei- bis dreihundert Quadratzentimeter Oberfläche. Derselbe Liter, zu Tropfen von einem Zehntelmillimeter zerstäubt, kommt auf ein Vielfaches davon. Genau diese Vergrößerung leistet der Separator.
Was im Behälter passiert
- Ansaugen. Die Luft wird mit dem aufgenommenen Schmutz in den Wasserbehälter geleitet, unterhalb des Wasserspiegels.
- Verwirbeln. Der Separator dreht sich mit hoher Drehzahl und schleudert das Wasser nach außen. Im Behälter entsteht ein dichter Wassernebel, durch den die Luft hindurch muss.
- Binden. Staub, Pollen, Tierhaare und Milbenkot treffen auf die Tropfen, werden benetzt und bleiben im Wasser. Sie sind damit aus dem Luftstrom heraus.
- Trennen. Der Separator wirkt zugleich als Schleuder: Er drückt mitgerissene Wassertropfen an die Wand zurück, sodass die Luft das Gerät trocken verlässt.
- Ausblasen. Was herauskommt, ist Luft ohne den Staub, den sie vorher getragen hat.
Der vierte Schritt wird oft übersehen, ist aber entscheidend. Ein Gerät, das Wasser verwirbelt, aber die Tropfen nicht sauber abtrennt, bläst feine Feuchtigkeit in den Raum. Der Separator erledigt beides in einem Bauteil – daher der Name.
Separator, Zyklon und HEPA – wo liegt der Unterschied?
| Prinzip | Wie der Staub gehalten wird | Was danach passiert |
|---|---|---|
| Separator im Wasser | Partikel werden benetzt und sinken ab | Schmutzwasser in den Ausguss, nichts wirbelt auf |
| Zyklon | Fliehkraft schleudert Partikel an die Behälterwand | Beim Entleeren staubt es, feine Partikel brauchen zusätzlich einen Filter |
| HEPA-Filter | Feines Fasergewebe hält Partikel mechanisch zurück | Filter setzt sich zu, muss gewechselt werden, Wechsel staubt |
Die drei schließen sich nicht aus – viele Geräte kombinieren Zyklon und HEPA. Der Unterschied ist, was mit dem abgeschiedenen Staub geschieht. Beim Wasser ist er gebunden und wird flüssig entsorgt. Bei den beiden anderen Prinzipien liegt er trocken im Gerät und wird beim Entleeren teilweise wieder frei.
Warum Drehzahl und Bauart zählen
Nicht jeder Separator arbeitet gleich gut. Drei Dinge machen den Unterschied:
- Drehzahl. Je schneller, desto feiner der Nebel und desto größer die Kontaktfläche.
- Geometrie. Die Form der Schaufeln bestimmt, ob die Luft wirklich durch den Nebel gezwungen wird oder daran vorbeiströmt.
- Abtrennung. Der Übergang zum Luftausgang muss die Tropfen zuverlässig zurückhalten, sonst wird Feuchtigkeit ausgeblasen.
Deshalb ist „Wasserstaubsauger" allein noch kein Qualitätsmerkmal. Einfache Nass-Trockensauger mit Wasserbehälter aus dem Baumarkt haben keinen Separator. Sie saugen Wasser auf, filtern aber keinen Feinstaub aus der Luft.
Welche Geräte einen Separator haben
Separator-Technik findet sich bei wenigen Herstellern, und alle vertreiben ihre Geräte über Berater statt über den Handel. Auf dem deutschen Markt sind das im Wesentlichen:
| Gerät | Hersteller | Besonderheit |
|---|---|---|
| Vivenso | PRO-AQUA Europe, Deutschland | stufenlos regelbar, 650 Watt, 4 Jahre Garantie (erweiterbar auf 10) |
| HYLA | Hyla EST, Slowenien | feste Leistungsstufen, höherer Anschaffungspreis |
| Rainbow | Rexair, USA | langjährig am Markt, Vertrieb über Berater |
| proWIN win-i | gefertigt von PRO-AQUA | baugleich mit dem Vivenso, anderer Vertriebsweg |
Im Wasserstaubsauger-Vergleich von ExpertenTesten und RTL.de traten Vivenso, Hyla und Rainbow gegeneinander an. Der Vivenso wurde Vergleichssieger mit der Note 1,08 vor Hyla (1,40) und Rainbow (1,82). Der ausführliche Vergleich der beiden meistgesuchten Geräte steht unter Hyla Alternative.
Was der Separator an Pflege braucht
Wenig, aber regelmäßig. Nach dem Saugen wird der Wasserbehälter geleert und ausgespült, der Separator selbst kurz abgespült. Wer das überspringt, bekommt zwei Probleme: Geruch aus dem stehenden Schmutzwasser und Ablagerungen an den Schaufeln, die mit der Zeit die Verwirbelung verschlechtern.
Bei hartem Wasser setzt sich zusätzlich Kalk an. Dagegen hilft eine gelegentliche Reinigung mit einem geeigneten Mittel – keine Entkalker aus dem Haushaltsregal, die greifen die Kunststoffe an.
Worauf es unterm Strich ankommt
Der Separator ist das Bauteil, an dem sich entscheidet, ob ein Wasserstaubsauger den Feinstaub wirklich bindet oder nur den groben Schmutz. Wenn Sie Geräte vergleichen, ist das die Frage, die Sie stellen sollten – nicht die nach der Wattzahl. Was Watt tatsächlich aussagen, steht unter Wieviel Watt sollte ein Staubsauger haben?.
Wie sich diese Technik im Alltag anfühlt und was sie für Allergikerinnen und Allergiker bedeutet, lesen Sie unter Wasserstaubsauger für Allergiker und Staubsauger mit Wasserfilter. Wie sich Wasserfilter und Zyklon gegenüberstehen, zeigt Staubsauger ohne Beutel.